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Sonntag 29. August 2010

Keinarmbanditen

War das eine Mühe, sich an einen Tisch zu setzen! Und dann auch noch eine Empfehlung zu erreichen! Zum Glück hat man nicht versucht, alle Beteiligten zu einer Einigung zu bringen, denn dann hätte man die Konferenzräume sicher schon für die nächste Generation mitbuchen müssen. So aber, dem Himmel sei Dank, ging es nur um die privaten Banken, die sich einigermaßen und unverbindlich einigen mussten: Was darf der Geldautomat dafür schlucken, dass er etwas ausspuckt? mehr...
BÖRSE am Sonntag Leser Award 2010
Sonntag 22. August 2010

GM – Comeback an der Börse?

General Motors ist wieder wer, so die Botschaft dieser Tage aus Detroit. Nach den Gewinnzahlen des zweiten Quartals und dem Abtritt des Interims-Chefs, Ed Whitacre, soll es nun im Parforceritt zurück an die Börse gehen, am besten noch im Laufe des Oktobers. Der Börsenprospekt ist gedruckt, und er erlaubt einen Blick in die Seele des Konzerns. Anhand der aufgezählten Risiken lässt sich gut vorstellen, was im schlimmsten Fall droht. mehr...
Sonntag 15. August 2010

Sei nicht ganz böse

Google entwickelt sich rasant – das war schon am Anfang so, als das Startup-Unternehmen mithilfe seiner mathematischen Algorithmen die Suche nach Begriffen im Internet verfeinerte und Ergebnisse lieferte, die so kein anderer Robot im Netz auflisten konnte, die Gründer Page und Brin wurden rasch Millionäre, dann Milliardäre, und blieben äußerlich College Boys. Rein äußerlich. Mit Eric Schmidt als Chef des Ladens fanden sie einen, der sich aufs Geschäftliche verstand und dafür sorgte, dass der aufstrebende Konzern mit dem Motto „Sei nicht böse“ nicht zu gut wurde. mehr...
Sonntag 08. August 2010

Hilfe, ich werde gebraucht!

Es ist gar nicht so lange her, dass die Industrie und das Handwerk beschimpft und bedrängt wurden – jedes Jahr im Spätsommer offenbarte sich da das Dilemma, dass Jugendliche zwar mit Schulabschluss (hoffentlich), jedoch ohne Ausbildungsplatz dastanden. Es gab dann jedes Mal Versprechungen und Beteuerungen: Ja, jeder ausbildungswillige und ausbildungsfähige junge Mensch werde eine Stelle erhalten – was stets Zweifel hervorrief. Wirklich jeder? Die Einschränkungen machten schon deutlich, wo das Problem oftmals lag: Stelle und Bewerber passten einfach nicht zusammen. mehr...
Sonntag 01. August 2010

Ist die Luft raus?

Der DAX hat beachtlich zugelegt in den letzten Monaten – doch jetzt, wo die Unternehmen glänzende Ergebnisse vorlegen, scheint die Luft raus zu sein. Dass der Index sich ins Minus bewegt, wenn gute bis sehr gute Zahlen veröffentlicht werden, ist schon vorgekommen. Aber die Massierung von Erfolgsmeldungen bei gleichzeitig scharfem Kursknick ist doch schon sehr auffällig. In der abgelaufenen Woche traf es die „Dickschiffe“ der deutschen Wirtschaft: Daimler, MAN, Volkswagen oder auch BASF. MAN konnte seinen Gewinn knapp verdoppeln, BASF gar mehr als verdreifachen. VW legte zweimal so hohe operative Ergebnisse vor wie im Vorjahreszeitraum. mehr...
Sonntag 25. Juli 2010

Stress durch die Bank

Vierzehn systemrelevante Institute, und (fast) alle sind sie gesund und munter – wenn das mal nicht beruhigend ist. Sie alle haben Fragebögen nach London geschickt und ausgewiesen, wie sie dastehen würden, sollte die Hölle losbrechen und ringsum das Vertrauen purzeln ebenso wie die Kurse und die Kreditwürdigkeit. Aber möglichst nicht all das auf einmal, denn das hält ja die beste Bank nicht aus. Die es übrigens so gar nicht gibt: Jedes Institut hat irgendwelche Schwachpunkte, nur umwerfen dürfen sie es natürlich nicht, sollte mal etwas schiefgehen. Der nun veröffentlichte Stresstest unter 91 europäischen Bankhäusern weist eine Menge Leichen in den Kellern aus, meist aber nicht in Deutschland. Hierzulande ist die Hypo Real Estate (HRE) in München der größte Sorgenfall, der aber insofern nicht beunruhigend sein sollte, weil das Haus vollständig in Staatsbesitz ist und im Falle eines Falles einfach mehr vom Gleichen bekommen würde: Steuergeld nämlich. Irgendwie lustig, dass Gefahr für das Finanzwesen in Deutschland so richtig nur von einer Bank ausgeht, die sowieso gar nicht allein wirtschaften und überleben kann. Da der Stresstest im Grunde ja auch zeigen soll, wie gefährdet der Steuerzahler ist, hätte die HRE genau genommen gar nicht teilnehmen müssen. Was der Bürger an ihr hat, weiß er längst. mehr...
Sonntag 18. Juli 2010

Nichts Goldman, was glänzt

550 Millionen Dollar sind kein Trinkgeld, aber so richtig viel ist es auch nicht, wenn man gut 13 Milliarden verdient – jedes Jahr. Und so hat die Börse folgerichtig reagiert, als sie Goldman Sachs höher eingruppierte nach dem Vergleich mit der amerikanischen Finanzaufsicht SEC. Goldman Sachs, so eine Art BP der Finanzbranche, die Finger immer mit drin, wenn etwas unsympathisch ist oder irgendwie einen Geruch und ein Geschmäckle hat, kauft sich ein bisschen frei vom letzten großen krummen Geschäft. mehr...
Sonntag 11. Juli 2010

Essen auf Rädern

Es war einmal eine Firma, in Amerika natürlich, die hatte zu den Boomzeiten des Neuen Marktes die Idee, sich über das Internet rufen und bitten zu lassen – und brachte dann, so die Theorie, Lebensmittel frei Haus. Das Ganze auch noch börsennotiert und als letzter Schrei der Technisierung. Das Konzept ging schief, die Firma namens „Webvan“ geistert in Form wertloser Aktien noch heute durch die Kurszettel, wohl weil das Geld nicht gereicht hat, um nach den Lieferwagen auch noch die Notierung stoppen zu lassen. mehr...
Sonntag 04. Juli 2010

Minimalismus

Es hat nicht ganz geklappt mit dem Handeln nach gesundem Menschenverstand, die politische Ranküne war stärker. Nein, die Rede ist nicht von der deutschen Bundespräsidentenwahl. Die Rede ist vom amerikanischen Finanzmarktgesetz, dessen Hauptteil, die Bankenabgabe, man großspurig als „Financial Crisis Responsibility Fee“ angekündigt und nun ziemlich still beerdigt hat. Vermutlich aus dem gleichen Geist heraus, der die konservative Mehrheit des amerikanischen höchsten Gerichts dazu bewog, das Recht auf privaten Waffenbesitz zu stärken, obwohl durch Schusswaffengebrauch jährlich die Einwohnerzahl einer mittleren Großstadt ausgelöscht wird, in der Mehrheit Unbeteiligte. mehr...
Sonntag 20. Juni 2010

Woche der Entscheidungen

Es war reichlich Futter, das man den hungrigen Finanzmäulern vorsetzte in der abgelaufenen Woche, bis hin zum dramatischen Fußballereignis des Freitags, das das Frankfurter Börsenparkett zeitweise in eine andere Art von Fieber versetzte als das, welches man sonst mitunter zu sehen gewohnt ist – wahrscheinlich war die Aufregung annähernd so groß wie beim legendären New Yorker Crash vom Mai, als eine offenbar falsche Tastatureingabe den Dow Jones in den Orkus katapultierte. Dabei waren andere Ereignisse nicht so ohne. Zum einen wäre da BP – der Konzern erlaubte sich in den USA bei diversen Gesprächen und Anhörungen ein durchaus gemischtes Bild, meist war es das eines Getriebenen, der ratlos vor den Folgen des eigenen Handelns steht und sich über die Schlamperei wundert, die im eigenen Strafraum dazu führte, dass nun jeder Schuss sitzt. Nicht ganz allerdings wirkte das traurige Bild der BP-Manager auf die Börse so, wie man das hätte erwarten können. Nach der Zusage, 20 Mrd. Dollar in einen Entschädigungsfonds einzuzahlen, der die gröbsten Schäden bis 2013 abdecken soll, erholte sich der BP-Kurs, wenn auch von einem stark gestutzten Niveau aus. Die Anleger erhoffen sich erste Klarheit darüber, was die ganze Malaise im Golf von Mexiko BP kosten könnte, und mit dieser „Hausnummer“ schien sie zunächst gegeben. Allerdings: Die Risiken sind schier unermesslich, wenn man bedenkt, dass ja noch nicht einmal die Ursache des Desasters einigermaßen im Griff ist. Andererseits: Auch die amerikanische Regierung muss sich kritisieren lassen, nicht zuletzt angesichts der Vorgänge in ihrer Mineralien-Überwachungsbehörde, die sich wohl wie eine Art Außenstelle der Ölindustrie aufgeführt hat. Und am Ende zählen nur Zahlen: Eher gehe die US-Regierung bankrott als BP, ließ sich ein Analyst in New York vernehmen. Nicht ganz abwegig: BP hat im letzten Jahr 17 Mrd. Dollar verdient, in den letzten Jahren allein aus dem operativen Geschäft 91 Mrd. Dollar erlöst, sitzt auf 18 Mrd. Fass Öl und hat Rechte und Anlagen weltweit, die ein Vielfaches wert sind. Dass man angesichts dieses Reichtums die Dividende für ein Dreivierteljahr ausfallen lässt, ist daher wohl eher dem Bedürfnis nach einem besseren Image als wirklicher Notwendigkeit geschuldet. BP wird vermutlich mit dem Ruf des nicht ganz sauberen Konzerns leben müssen, erst einmal – aber auch leben können. mehr...
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